«56,8% der KMU glauben, dass Digitalisierung sie in naher Zukunft nicht betrifft … Besonders die Bau-Branche glaubt das.»

Kennen Sie das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“?

Es handelt von einem Kaiser, der nackt vor sein Volk tritt. Weil es allen peinlich ist und sich keiner traut, die Wahrheit zu sagen, applaudieren alle und loben seine schönen neuen Kleider …

Etwa so kommt mir das Thema „Digitalisierung“ vor. Alle reden darüber und keiner weiss wirklich Bescheid.

Lasen Sie uns etwas Klarheit in dieses Thema bringen. Dazu möchte ich folgende Punkte beleuchten:

  • Terminologie: Begriffsdefinition
  • Status Quo: Was passiert da eigentlich gerade?
  • Quo vadis: Was bedeutet das für KMU?
  • Do now: Was Sie jetzt tun sollten!

Terminologie – Begriffsdefinition

«DIGITALISIERUNG»

Digitalisierung im engeren Sinne bedeutet, etwas in digitale – eine maschinell lesbare – Form zu bringen. Dieser Teil hat mit der Lochkarte begonnen und ist aus meiner Sicht mit dem verschwinden von analogem Telefon und Radio inzwischen Geschichte.

Was heute unter dem Begriff „Digitalisierung“ gesagt und geschrieben wird, hält zu über 90% einer fundierten Prüfung nicht stand und beschreibt zudem überwiegend reine Automatisierung. Auch das also etwas, was wir seit über 100 Jahren täglich erleben: Maschinen werden immer schneller und können immer mehr. Diese Entwicklung wird mit dem „Internet der Dinge“ (auch IoT oder Industrie 4.0 genannt) noch schneller und auch weiter gehen.

«DIGITALE TRANSFORMATION»

Transformation beschreibt einen Veränderungsprozess. Wir erleben das gerade alle. Doch auch das ist so nicht wirklich neu. Wandel – und damit Veränderung – hat es immer gegeben und wird es immer geben. Einzig die Geschwindigkeit und das Ausmass hat sich massiv geändert.

«DIGITALE REVOLUTION»

Man könnte alleine zunehmende Geschwindigkeit und Ausmass schon als Revolution bezeichnen. Doch entscheidend ist m.E., dass die moderne Technologie nicht nur die Industrie, sondern die gesamte Wirtschaft und auch die gesamte Gesellschaft inklusive Politik verändert hat und weiter verändern wird. Und das alles in einem sehr hohen Tempo.

Alle die uns erklären wollen, dass diese Entwicklung nur langsam vor sich geht, lügen uns entweder an oder wissen es nicht besser. Ich bin überzeugt, dass es viel schneller geht als alle meinen. Alles ist heute vernetzt. Wird heute irgendwo auf der Welt etwas entdeckt, entwickelt oder erfunden, ist es bereits morgen überall bekannt und verfügbar. Dadurch kann es sofort für die Weiterentwicklung von anderen Dingen genutzt werden. Allein das erhöht die Geschwindigkeit der Veränderung enorm.

Und noch ein weiterer Aspekt wird oft vergessen: Früher mussten neue Produktideen noch in echt entwickelt und dann als Prototyp gebaut und getestet werden … Erst dann kam das Produkt auf den Markt und wurde verkauft oder auch nicht. Heute findet vieles von dem am Computer statt, Test können simuliert werden – oder werden, wie bei Software einfach zum Kunden verlagert. Prototypen werden durch Animationen ersetzt und produziert wird erst bei wirklicher Nachfrage (Beispiel: Tesla Model 3).

«DIGITALE DISRUPTION»

Disruption ist nichts anderes als Zerstörung. Gemeint ist hier die technologische Innovation im Sinne von Joseph Alois Schumpeters „Schöpferischer Zerstörung“ oder eben „Disruptive Technology“ von Clayton Christensen.

Disruption im Zusammenhang mit Digitalisierung meint das, was im Volksmund mit „Das bessere ist der Feind des guten“ gemeint ist. Am einfachsten lässt sich das am Beispiel des Autos erklären. Henry Ford hat einmal gesagt: „Hätte ich die Menschen damals gefragt, was sie haben wollen, hätten sie schnellere Pferde bestellt.“ Das Auto hat also ein bestehendes Bedürfnis mittels einer neuen Technologie gelöst und damit die Pferdekutsche vom Markt gefegt, wie wir es heute ausdrücken würden.

Heute leben wir in einer Welt voller Überfluss. Wir brauchen also eigentlich nicht noch mehr Dinge. Auf der anderen Seite sehnen wir uns alle nach einer Welt, die einfacher ist. Und genau das machen die neuen Tech-Riesen. Sie versuchen, unser Leben zu vereinfachen. So hat UBER das Bedürfnis nach einem persönlichen Transportmittel revolutioniert und Starbucks und Nespresso bieten uns ein neues Kaffee-Erlebnis. Amazon hat den Online-Handel etabliert, etc.

Der Kern dieser Beispiele ist immer der gleiche. Dahinter steckt immer die Frage: „Wie würde eine ideale Lösung aussehen?“ und/oder die Frage: „Wie würden wir das heute lösen, wenn es das noch nicht gäbe?“. Es geht dabei oft nicht einmal darum, etwas neu zu erfinden, sondern „nur“ die modernste Technology, die modernsten Materialien und die modernsten Vertriebskanäle etc. zu nutzen. Business Modelle wie UBER oder AirBnB wären noch vor wenigen Jahren unmöglich gewesen, weil die Technology, die (mobile) Verfügbarkeit, die Geschwindigkeit des Internet etc. noch gar nicht reif dafür war.

Aktuell sehen wir das bei den klassischen Banken. Die verschlafen gerade die Entwicklung und werden genau so wie die Taxifahrer in grosser Zahl verschwinden – und das schneller als sie glauben. Das ist gemeint mit Digitaler Disruption.

Status Quo: Was passiert gerade?

«Digitalisierung kostet Millionen von Jobs»

gemäss einer Studie von McKinsey

Diese sogenannte „Digitalisierung“ pflügt also gerade die ganze Wirtschaft und Gesellschaft um. Die Frage ist nicht, ob es auch Ihre Branche trifft, sondern die Frage ist nur wann und wie stark. Jetzt meint ausgerechnet die Bau-Branche, in absehbarer Zeit nicht betroffen zu sein. Da bin ich ganz anderer Meinung.

Natürlich werden heute und morgen noch keine Roboter die Jobs der vielen Handwerker machen. Doch gerade die Bau-Branche erstickt heute schon im Papierkrieg und an Bürokratie. Effiziente Prozesse in der Planung und auf der Baustelle findet man da noch nicht sehr oft. Viele Handwerker leben noch von Auftrag zu Auftrag und haben wenig Transparenz über Auslastung und Kapazitäten der nächsten Wochen. Eine professionelle Auftragskalkulation inkl. Nachkalkulation ist noch nicht selbstverständlich.

In vielen anderen Branchen sieht es ähnlich aus. Es fällt oft schwer, zu glauben, dass PC und entsprechende Software schon seit über 30 Jahren existiert. In vielen Büros wird noch gearbeitet, wie vor 30 Jahren. Weder Effizienz noch Effektivität ist zu sehen.

Ein seit Jahrzehnten verbreiteter Irrtum besteht darin, dass Automatisierung bzw. Software die Einsparung bringt. Das ist falsch! Ich habe sogar schon erlebt, dass eine Rückkehr zu Block und Stift eine nicht unerhebliche Einsparung bringen würde.

Automatisierung sorgt „nur“ dafür, dass bei höherer Menge die Kosten und der Zeitaufwand nicht proportional ansteigen. Die hauptsächliche Einsparung wird aber durch Standardisierung erreicht. Nur wenn Dinge immer gleich (standardisiert) ablaufen, lassen sie sich überhaupt automatisieren.

Quo vadis: Was bedeutet das für KMU?

«Das kann weiter gut gehen, muss es aber nicht.»

Ich denke, es besteht akuter Handlungsbedarf! Diese Digitale Revolution wird in den nächsten Jahren zu einem gewaltigen Umbruch in der gesamten Wirtschaft führen. Unternehmen, die es verpassen, sogenannte Automatisierungs-Prozesse zu implementieren, werden immer mehr Zeit mit Papierkram verlieren. Zeit, die dann bei der Kundengewinnung und -betreuung fehlt. Auch für die Gewinnung von guten Mitarbeitern fehlt diese Zeit. Sie werden noch mehr auf Mund zu Mund Propaganda angewiesen sein.

Organisation ist das Fundament für jegliche Art von Automatisierung!

Erst wenn Abläufe und Daten vereinfacht und standardisiert sind, lässt sich eine vernünftige Automatisierung in Form von Software einführen. Und hier lauert ein weiterer Stolperstein in Form eines seit Jahrzehnten verbreiteten Fehlers:
Bei der Einführung von Software in KMU dürfen keine individuellen Anpassungen gemacht werden! Die Begründung dazu habe ich in einem anderen Artikel bereits geliefert.

Do now: Was Sie jetzt tun sollten!

Meine Empfehlung ist ganz einfach:

Organisieren Sie sich! Beginnen Sie sofort damit, Abläufe und Daten zu vereinfachen und zu standardisieren. Dann und erst dann lässt sich eine vernünftige Automatisierung aufsetzen bzw. Software einführen.

Wenn Sie weiter das tun, was Sie immer getan haben, werden Sie weiter das erreichen, was Sie bisher erreicht haben…

Das stimmt in Bezug auf Organisation Marketing in einer Digitalen Welt nicht mehr. Auch Kleinunternehmen müssen sich heute damit beschäftigen. Sonst werden sie schneller von Mitbewerbern überholt als sie sich das vorstellen können.

Mehr dazu?

«Der effektivste Weg, die Zukunft zu gestalten, ist sie zu erfinden!»

Das gilt auch für Ihre ORGANISATION.
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Markus Grubenmann

  • PotenzialDetektiv
  • Master in Organisations-Management
  • Experte für Office- und Marketing-Automation
  • Systemischer Coach + Trainer

Mit 30 Jahren Praxis-Erfahrung aus Organisation, Informatik, Change- und Interims-Management erkennt er oft Wege, wo andere keine Möglichkeiten sehen.

Markus GrubenmannTop 5 Talente gemäss StrengthsFinder®:

Strategic – erkennt Muster, wo für andere nur ein unübersichtliches Chaos herrscht. Damit spielt er verschiedene Szenarien, hypothetische Ereignisse
und die jeweiligen Auswirkungen im Geiste durch. So ist er in der
Lage, spontan den direkten Weg zum Ziel zu finden. Diese Fähigkeit ist nicht erlernbar. Es ist eine bestimmte Art zu denken und die Welt zu betrachten.

Relator – arbeitet leidenschaftlich gerne mit Menschen zusammen für ein gemeinsames Ziel. Baut solide und vertrauensvolle Beziehungen auf, die beiden Seiten von Nutzen sind.

Achiever – verfügt über eine stark ausgeprägte Leistungsorientierung. Zieht eine tiefe Zufriedenheit aus produktivem tätig sein. Engagiert sich mit starkem inneren Antrieb und sorgt dafür, dass die Dinge erledigt werden.

Responsability – ausgeprägtes Verantwortungsgefühl für seine Zusagen. Für ihn zählen Werte wie Ehrlichkeit und Loyalität.

Learner – lernt sehr rasch und für sein Leben gerne. Interessiert sich
mehr für den Lernprozess als solchen als für das Lernergebnis.


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